Thanthana Phonakul Thantana is living in Thailand and is interested in art, food and culture.

Jurassic Park: Rebirth – Dino-Desaster oder ein Must-See Movie?

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Spoiler-Warnung: Diese Rezension enthält inhaltliche Hinweise auf zentrale Szenen aus Jurassic Park: Rebirth. Wer den Film noch unvoreingenommen erleben möchte, sollte jetzt besser nicht weiterlesen.

Jurassic Park: Rebirth ist ein bildgewaltiges Spektakel, das trotz kleinerer inhaltlicher Schwächen zu den stärkeren Einträgen der neueren Dino-Filmgeschichte gehört. Vor allem visuell gelingt es dem Film, seine Zuschauer*innen tief in eine Welt zu entführen, in der Urzeitgiganten erneut zum Leben erwachen — und das in einer überraschend atmosphärischen Weise.

Besonders beeindruckend sind die Szenen mit dem Mosasaurus. Bereits aus den Jurassic World-Filmen bekannt, setzt Rebirth diesen Meeresgiganten noch spektakulärer in Szene. Die Regie versteht es meisterhaft, das Verhältnis von Größe, Bedrohung und Anmut des Tieres in Szene zu setzen. Ob er aus den Tiefen eines türkisfarbenen Atollmeers emporsteigt oder mit majestätischer Wucht ein ganzes Boot in die Tiefe reißt – jede Szene mit dem Mosasaurus ist ein visuelles Highlight, das die Kinoleinwand sprengt.

Ebenso gelungen ist die Rückkehr des T-Rex – einer Ikone des Franchise. In Rebirth wirkt der Tyrannosaurus nicht nur größer und detailreicher als je zuvor, sondern auch charakterlich näher an der Darstellung aus dem Original von 1993. Der T-Rex ist nicht nur ein Monster, sondern ein lebendiges, atmendes Wesen mit Präsenz und Persönlichkeit. Die Art, wie er sich bewegt, reagiert und sogar mit seiner Umwelt interagiert, lässt vergessen, dass es sich um CGI handelt. In einer besonders starken Szene steht der T-Rex in einem dichten tropischen Regenwald, durchzogen von Lichtstrahlen und Nebel – eine visuelle Verneigung vor dem Original und ein Moment, in dem man als Fan einfach nur staunen kann.

Inhaltlich bleibt Rebirth eher auf bewährten Pfaden. Die Geschichte ist nicht besonders tiefgründig oder überraschend – Wissenschaftler*innen, die zu viel wollen, eine neue Insel, genetische Experimente, die schiefgehen – wir kennen das alles. Doch die Art und Weise, wie der Film seine Geschichte verpackt, macht vieles wieder wett. Die neue tropische Insel wirkt lebendig, beinahe paradiesisch – bevor sich der Albtraum entfaltet. Die Flora ist üppig, die Tierwelt wirkt realistisch eingebettet, und die Kulisse verleiht dem Film eine exotische, fast immersive Tiefe. Man kann förmlich die feuchte Luft spüren, das Zirpen der Insekten hören und das Gewicht der Hitze fühlen.

Unterstützt wird all das durch einen sehr stimmungsvollen Soundtrack. Während große Teile der Musik neue Wege gehen, gibt es immer wieder subtile, emotionale Rückbezüge auf die ikonischen Themen von John Williams. Diese klanglichen Zitate sind nie aufdringlich, sondern elegant eingebettet – gerade genug, um Nostalgie zu wecken, aber ohne sich auf ihr auszuruhen. In einigen spannenden Sequenzen tragen die Klanglandschaften maßgeblich zur Spannung bei und lassen einen tief in das Geschehen eintauchen.

Wichtig ist allerdings: Wer mit der Erwartung eines revolutionären Jurassic-Films ins Kino geht, wird möglicherweise enttäuscht. Rebirth will das Rad nicht neu erfinden – und das ist vielleicht auch gut so. Denn wenn man sich darauf einlässt, einfach wieder einmal Dinosaurier in Hochglanz-Optik auf der großen Leinwand zu erleben, wird man belohnt. Die Mischung aus moderner Tricktechnik, starker Inszenierung und ehrlicher, beinahe kindlicher Dino-Faszination funktioniert. Der Film setzt auf bewährte Elemente, poliert sie jedoch visuell und atmosphärisch so stark auf, dass selbst altbekannte Tropen wieder frisch wirken.

Als Fan der originalen Jurassic Park-Trilogie und auch der Jurassic World-Reihe kommt man an Rebirth kaum vorbei. Es ist ein Film, der bewusst mit unserer kindlichen Faszination für Dinosaurier spielt und diese mit der heutigen Technik auf eine neue Stufe hebt. Wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt und den Film einfach als spannendes, visuelles Abenteuer betrachtet, wird man ihn mit einem breiten Lächeln verlassen.

Denn Jurassic Park: Rebirth ist kein Meilenstein des Kinos – aber eine richtig gute Zeit. Und manchmal ist genau das alles, was man braucht.

Thanthana Phonakul Thantana is living in Thailand and is interested in art, food and culture.

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