Roberto Alvarez Roberto Alvarez lebt in Rio de Janeiro, Brasilien. Er interessiert sich für Nachrichten, Reisen und liebt Filme.

China Rising: Eine Weltmacht geht ihren eigenen Weg

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China hat’s bei seiner jüngsten Parade richtig krachen lassen: Xi Jinping stolzierte durch Tiananmen, nicht allein – an seiner Seite Putin und Kim Jong Un. Das war alles andere als ein Zufallspaket inszenierter Kameradschaft. Hinter der Show steckt ein ziemlich eindeutiger Fingerzeig: Der Westen ist verzichtbar – jetzt zahlt sich Chinas Selbstbewusstsein aus.

Xi ließ es sich nicht nehmen, ein paar Tugend-Slogans zu streuen: Frieden statt Krieg, Dialog statt Nullsummenspiel – und natürlich die bewährten „Win‑Win‑Partnerschaften“. Klingt gemütlich, ist aber Teil eines größeren Strategiekonzepts: Auf der Parade wurden auch brandneue Raketen, Drohnen und andere Technikprotze gezeigt.

USA aussen vor

In Washington macht Trump derweil lange Gesichter: Direkt nach Xis Rede mokierte er sich, dass die USA in der Jubel‐Rede nicht mal erwähnt wurden – obwohl sie im Zweiten Weltkrieg ordentlich mitgeholfen hätten. Sein Post auf Truth Social (“Richt‘ Xi bitte liebe Grüße von mir an Putin und Kim aus, während ihr gegen die USA konspiriert”) war dann eher Ironie als Diplomatie. China nutzt die Parade als Bühne für eine selbstbewusste Außenpolitik. Und Trump? Wirkte eher wie der Zuschauer, der vom Seitenrand verstört was ins Fäustchen murmelt.

Vom Reisfeld zur Supermacht

Vor 50, 60 Jahren war China wirtschaftlich noch ein Entwicklungsland – in Städten wie Shenzhen wuchsen buchstäblich Kühe auf der Wiese. Heute ragt dort eine Mega-Metropole mit Wolkenkratzern, Hightech-Firmen und Millionen Menschen in den Himmel.

Auch militärisch hat sich China neu erfunden: Aus einer schwerfälligen Volksarmee wurde eine der größten Hightech-Streitkräfte der Welt – mit Drohnen, Hyperschallraketen und einer Luftflotte, die locker ganze Länder übertrumpft.

Dieser Aufstieg bleibt nicht auf China selbst beschränkt: In Asien bestimmt Peking längst die Spielregeln, ob wirtschaftlich oder geopolitisch. Und Europa? Kann noch so oft über „strategische Unabhängigkeit“ reden – ohne chinesische Fabriken, Solarpanels, Batterien und seltene Erden geht hier wenig.

China ist nicht mehr der ewige Nachzügler, sondern die Macht, an der heute kaum jemand vorbeikommt – egal ob auf der Straße von Shenzhen oder in den Chefetagen in Brüssel.

Roberto Alvarez Roberto Alvarez lebt in Rio de Janeiro, Brasilien. Er interessiert sich für Nachrichten, Reisen und liebt Filme.

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